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Junior Business School: die Wirtschafts-AG am Albert-Einstein-Gymnasium

Sätze wie „Ökonomische Bildung wird an den Schulen vernachlässigt“ oder „Vom wirtschaftlichen Geschehen haben die Gymnasiast:innen wenig Ahnung“ hört man immer wieder – ob aus der Politik oder von Seiten der Unternehmer:innen. Ganz so kann man diese Aussagen natürlich nicht stehenlassen. Denn seit einigen Jahren haben die Schüler:innen an allgemeinbildenden Gymnasien die Möglichkeit, in der Oberstufe das Neigungsfach Wirtschaft zu belegen. Hier wird eine große Bandbreite an theoretischem Wissen gelehrt, welches viele Abiturient:innen auch dazu animiert, ein
Studium in diese Richtung zu beginnen. Leider bleibt bei dem vollgepackten Lehrplan wenig bis keine Zeit, Kontakte mit der Praxis zu knüpfen. Um dieses Manko auszugleichen, bietet das AEG seit dem Schuljahr 2012/13 eine Wirtschafts-AG (Junior Business School) an, in welcher die Theorie mit der Praxis verbunden wird. Praxis bedeutet hierbei, dass jede Woche entweder ein:e Referent:in an die Schule kommt oder die Gruppe in die Unternehmen eingeladen wird. Die Schüler:innen bekommen dadurch die Möglichkeit, vertiefte Einblicke in das wirtschaftliche Geschehen in Oberschwaben zu erhalten. Ob Besuche bei „VomFass“, bei der Schwäbischen Zeitung und bei CHG, oder Vorträge von langjährigen Referenten wie z. B. Herrn Middelberg von der KSK, Herr Gierer vom radius oder Frau Betz von ZF Friedrichshafen: Immer steht der direkte Einblick in die wirtschaftlichen Zusammenhänge im Vordergrund. In diesem Jahr haben sich erfreulicherweise trotz der unsicheren Lage durch die Covid-19-Pandemie drei neue Referenten zur Teilnahme bereit erklärt: Dr. Achim
Sauer von Boeringer Ingelheim (Biberach), August Schuler von der Ratsstube und der Mountainbike-Profi Daniel Gathof aus Vogt ergänzen die breit gefächerte
Vortragsreihe. Die Referenten treffen auf einen sehr motivierten Kurs mit einer Rekordzahl von 23 Schüler:innen. Die Teilnehmer:innen wollen nicht nur tiefer in die wirtschaftliche Materie eintauchen, sondern haben die JBS auch als Seminarkurs belegt. Dadurch können sie nach einem erfolgreichen Abschluss, der unter anderem aus der Erstellung eines Businessplans über eine fiktive Geschäftsidee besteht, eine von zwei mündlichen Abiturprüfungen ersetzen. Aber nicht nur das spornt die Teilnehmer:innen an. Ebenso schätzen sie das selbständige Arbeiten im Team, die Unterstützung bei der Berufswahl durch das Kennenlernen von vielen unterschiedlichen Berufsbildern und vor allem eine gewisse Vorbereitung auf das spätere (Berufs-)Leben.

Verfasser Jürgen Straub, Abteilungsleiter Albert-Einstein-Gymnasium Ravensburg
Preisverleihung des Bildungspreises der KSK

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