Startseite » Schule im Wandel » Bildungspolitischer Meilenstein in Freiburg: Die Schule für alle

„Eine Schule für alle“ – soll sie werden

Die Vorbereitungen für die Schule der Zukunft laufen. In dem noch zu erbauenden Stadtteil Dietenbach soll eine moderne Infrastruktur entstehen, mit einem großen Schulcampus als zentralem Element. Geplant ist eine Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe und zeitgemäßem Konzept, das die Bildung von morgen möglich macht. Hier können alle Schulabschüsse erreicht werden. Baubeginn soll 2026 sein, und ab dem Schuljahr 2027/28 soll in Dietenbach Unterricht stattfinden.
„Es wird eine Gemeinschaftsschule, in der die Kinder und Jugendlichen des Stadtteils zusammen länger lernen können. Wir werden sie nicht mehr nach der vierten Klasse trennen. Es entsteht zudem eine Schule, die stark verknüpft ist mit Dietenbach. Und wir werden Inklusion groß schreiben. Es wird eine Schule für alle“, so Bildungsbürgermeisterin Gerda Stuchlik.

Derzeit wird das pädagogische Konzept mit einem besonderen Freiburger Profil erarbeitet. Dafür werden drei Schwerpunkte gesetzt: die Bildung für nachhaltige Entwicklung, das Thema Musik und, als drittes Spezialgebiet, die Vernetzung mit dem Stadtteil. „Die Schule soll sich als originärer Teil des Stadtteils verstehen und selbst ein Teil des Alltags vor Ort sein. Sie Schule unterstützt so das Zusammenleben im Stadtteil und schafft neue Identität“, sagt Herrmann Maier, Leiter des Amtes für Schule und Bildung.
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) schafft das pädagogische Fundament und stärkt zukunftsfähiges Denken und Handeln. Die Schulgemeinschaft geht bewusst und nachhaltig mit Energie und Ressourcen um. Musik ist ein wichtiger Teil kultureller Bildung und wirkt nachweislich auf Kreativität und Lernleistung. Die Vernetzung mit dem Stadtteil im Rahmen der ganztägigen Bildung bildet den dritten Profilbereich. Das kann etwa durch Projekte realisiert werden, die gemeinsam mit anderen Bewohnern, Gruppen oder Dietenbacher Vereinen stattfinden.
Die Stadt Freiburg rechnet damit, dass etwa 15.000 Menschen in Dietenbach leben werden. Die bestehenden Schulen Freiburgs haben nicht die Kapazität, alle Kinder und Jugendlichen des Stadtteils aufzunehmen. Es ist schon deshalb angebracht, einen neuen Lernort zu entwickeln.
Der neue Schulcampus wird auf einem 34.000 Quadratmeter großen Grundstück gebaut. Dort soll eine sechs- bis siebenzügige Grundstufe entstehen, außerdem eine vierzügige Sekundarstufe und eine zweizügige Gymnasiale Oberstufe. Auf dem Campus soll auch ein Kinder- und Jugendtreff integriert werden. Baubeginn soll 2026 sein, ab dem Schuljahr 2027/28 könnten in Dietenbach die ersten Kinder unterrichtet werden.
Entgegen sonstiger Schulbauvorhaben kann weder eine Schulgemeinschaft noch eine Bevölkerung des Stadtteils an der Planung und Entwicklung beteiligt werden. Daher erarbeitet das Amt für Schule und Bildung derzeit mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern aus dem Bildungsbereich das pädagogische Konzept. Zudem fand Ende September ein Gespräch mit Expertinnen und Experten für die Öffentlichkeit statt. Die Ausführungen der Sachverständigen und die Stimmen aus dem Publikum werden im weiteren Prozess einfließen.
Moderne Pädagogik braucht eine Architektur, die diese unterstützt. Aus dem pädagogischen Konzept der Schule resultiert ein differenziertes Raum-und Flächenkonzept, das wiederum Grundlage für einen Architektenwettbewerb sein wird. Ziel ist es, durch eine multifunktionale Nutzung der Räume ein großes und umfangreiches Angebot für unterschiedliche Anlässe zu ermöglichen. Die Anforderungen für den Architekturwettbewerb werden derzeit festgelegt, im Herbst 2021 soll der Wettbewerb ausgelobt werden. 2022 soll der Siegerentwurf feststehen.
„Eine Gemeinschaftsschule vom ersten Stein an zu planen und zu bauen, ist eine einmalige Chance. Die Schule in Dietenbach soll ein wegweisendes Projekt für gelingende Bildung über alle Schulaltersstufen und Leistungsniveaus hinweg werden – unabhängig von sozialem Hintergrund der Schülerinnen und Schüler, dem Bildungsstand des Elternhauses oder sonstiger Einflussfaktoren. Inklusion ist dabei eine Selbstverständlichkeit“, sagt Gerda Stuchlik. Die Schulart der Gemeinschaftsschule eignet sich dafür in besonderer Weise. Der Kerngedanke des gemeinsamen Lebens spiegelt sich in der Schule durch ein gemeinsames Lernen aller im Stadtteil verwurzelten Schülerinnen und Schüler wieder. Die pädagogische Arbeit an der Schule orientiert sich über alle Altersstufen hinweg an den Fähigkeiten und Potentialen der Schülerinnen und Schüler und gleichzeitig an den Leistungserwartungen der Gesellschaft. Zur Kultur gehört eine enge Beziehung zwischen den Schülerinnen und Schülern, den Eltern und den Lehrerinnen und Lehrern. Pädagogik, Architektur und Konzept – in Dietenbach wird an einem bildungspolitischen Meilenstein gearbeitet.